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FEN: Forsyth-Edwards Notation

FEN Notation ist die Abkürzung für Forsyth-Edwards-Notation und ist Offizielle Schachnotation von Schachstellungen. Die FEN Notation wurde zunächst von David Forsyth, 16.05.1854 — 30.12.1909, im 19. Jahrhundert entwickelt und später von Steven James Edwards (07.02.1957 — 01.10.2016) für die Verwendung am Computer erweitert.

Die FEN Notation ist heute notwendiger Bestandteil der Portable Game Notation (PGN) und ermöglicht beliebige Brettstellungen sowie notwendige Informationen zur Ausgangsstellung zu notieren.

Forsyth-Notation

David Forsyth wird bekannt als Erfinder der Forsyth-Notation, einer Methode zur Aufzeichnung von Positionen im Schach. Erste Einzelheiten werden erstmals im Glasgow Weekly Herald vom 10. Februar 1883 (S. 7) veröffentlicht. 1984 erscheint im Oxford Companion to Chess heißt es:

FORSYTH NOTATION, a method of recording positions invented by David Forsyth (1854—1909), a Scotsman who emigrated to New Zealand, and first published in the Glasgow Weekly Herald, The board is scanned rank by rank from a8 to h8, from a7 to h7, and so on; each man is shown by its initial letter, lower ease for Black, capitals for White; blank squares are recorded by giving the total number of them between men; slanting lines (Forsyth originally suggested vertical lines) separate the ranks. For example 8/8/lKP5/3r4/8/8/8/k7 shows the Saavedra Study. Sometimes the numbers for adjoining unoccupied ranks are added together, e.g. 16/lKP5/3r4/24/k7, The British Chess Magazine advocated the abolition of dividing lines, e.g.? KP8r28k7, but these were eventually reinstated because they reduced the likelihood of error or minimized it’s effects.

The Oxford Companion to Chess, David Hooper und Kenneth Whyld, Oxford University Press, 1984, S. 121.

Aufbau der FEN

Die FEN ist seit ihren Anfängen als effiziente Methode zur Kodierung von Brettstellungen in nur einer Zeile beliebt. Die FEN ist in sechs Bereiche/Elemente aufgeteilt, die durch Leerzeichen voneinander getrennt sind. Diese sind:

  1. Stellung/WHITE/black/Reihen/VONU/A8H8/A1H1/Buchstaben/Figuren/SUM(leer)
  2. Das Zugrecht: w oder b
  3. Mögliche Rochaden: Reihenfolge 1. WHITE Kingside, Queenside dann black kingside, queenside: KQkq oder –
  4. Möglicher En-passant-Schlag
  5. Gespielte Halbzüge seit dem letzten Bauernzug oder dem Schlagen einer Figur
  6. Nummer des nächsten Zuges

Auf diese Weise können komplexe Schachstellungen in einem leicht lesbaren Format kurz und bündig dargestellt werden.

rnbqkbnr/pppppppp/8/8/8/8/PPPPPPPP/RNBQKBNR w KQkq - 0 1

Stellung

Die erste Gruppe beschreibt die Positionen der Figuren auf dem Brett. Dies geschieht reihenweise von oben links (Feld a8) bis unten rechts (Feld h1). Jede Reihe wird durch einen Schrägstrich von der nächsten getrennt. Jede Reihe besteht aus Buchstaben für die Figuren und Zahlen für die Anzahl der Leerfelder, die die Aufstellung in dieser Zeile von links (a-Linie) nach rechts angeben. Mehrere aufeinanderfolgende leere Felder in derselben Zeile müssen durch eine einzige Zahl (1 bis 8) angegeben werden.

Ein Großbuchstabe bezeichnet eine weiße und ein Kleinbuchstabe eine schwarze Figur, wobei die Abkürzungen der englischen Bezeichnungen verwendet werden („r“ = Rook (Turm), „n“ = Knight (Springer), „b“ = Bishop (Läufer), „q“ = Queen (Dame), „k“ = King (König), „p“ = Pawn (Bauer)).

Die Summe der Figuren und Leerfelder in jeder Reihe muss immer gleich der Zahl der Linien sein, also 8 bei einem Standard-Schachbrett.

Spieler am Zug

Die zweite Gruppe gibt den Spieler an, der in dieser Stellung am Zug ist. Mögliche Zeichen sind w für Weiß (engl.: white) und b für Schwarz (engl.: black).

En passant

Die vierte Gruppe gibt einen möglichen en-passant-Schlag an. …. wäre ein Bauer zwei Felder vorgerückt ist, wird das übersprungene Feld notiert sonst „-„

Bauer f2–f4 wird in der FEN in der 4. Gruppe „f3“ angegeben.

Halbzüge

Anzahl der Halbzüge seit dem letzten Bauernzug oder Schlagen einer Figur zur Überwachung der 50-Züge-Remisregel.

0 oder ganze positive Zahl.

Zugnummer

Die aktuelle Zugnummer, nach jedem Zug von Schwarz wird um 1 erhöht.

In der Ausgangsstellung ist der Wert 1, die Partie befindet sich im 1. Zug, so können Folgezüge richtig nummeriert werden.

X-FEN

X-FEN wurde 2003 von Reinhard Scharnagl entwickelt und ist eine um Fischer-Random-Chess (FRC) erweiterte FEN – zunächst auch FRC-FEN.

Die zufällige Startaufstellung im Chess960 benötigt eine Ausgangsstellung zur Notation.

Capablanca Random-Chess (CRC) benötigt ein 10×8-Brett sowie ein Figurensatz mit Kanzler (auch Marschall oder Zentaur) und Erzbischof (auch Kardinal, Janus oder Erzengel) und erweitertet die Startaufstellung auf 48.000 Möglichkeiten.

PGN (Portable Game Notation) erlaubt die korrekte Notation JEDER Partie, auch 8×8 und NxM.

X-FEN erlaubt eine kompatible Darstellung der Startaufstellung von FRC- und CRC- Partien, die Informationen zur Ausgangsstellungen benötigen und bietet die notwendige Funktionalität für die Erfassung unkonventioneller Schachvarianten.

Die Kodierung einer gewöhnlichen Stellung mit FEN ist mit der Kodierung in X-FEN identisch. Die volle Abwärtskompatibilität von X-FEN Kodierung, als auch die Speicherung im PGN waren besonderer Bedeutung.

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Offizielle Schachnotation

FEN wurde als offizielle Schachnotation sowohl vom Weltschachverband FIDE https://www.fide.com/ und der US-Chess, was sie zu einer unverzichtbaren Schachnotation für Wettkampfspieler macht.

FEN ist gerade bei Schachenthusiasten sehr beliebt, da es die Aufzeichnung von Schachpartien auf einem Computer oder einem mobilen Gerät erleichtert.

Darüber hinaus macht FEN es einfach, Schachstellungen online als textbasierte Diagramme zu teilen, die kopiert und in jede Website oder jeden Artikel eingefügt werden können. Dies ermöglicht es Schachspielern, verschiedene Stellungen, Aufgaben, Probleme und Studien mit Schachspielern auf der ganzen Welt zu diskutieren.

FEN Chess Generator & Viewer

FEN Viewer sind Schachprogramme, die es Schachspielern ermöglichen, Schachpartien in der Forsyth Edwards Notation (FEN) zu betrachten. Mit einem FEN-Viewer können Schachspieler schnell und genau Schachpartien oder Stellungen analysieren und sie mit anderen Schachspielern teilen.

https://lichess.org/editor

https://www.dailychess.com/chess/chess-fen-viewer.php


Quellen

David Forsyth

16 May 1854, Alness, Scotland – c. 30 December 1909, Dunedin, New Zealand

Inventor of a method of recording positions that became known as Forsyth Notation, details of which were first published in the Glasgow Weekly Herald of 10 February, 1883

https://www.chessscotland.com/documents/history/biographies/forsyth.htm

BL_0003481_18830210_087_0007.pdf

The Oxford Companion to Chess

David Hooper und Kenneth Whyld, Oxford University Press, 1984, S. 121.

https://archive.org/details/TheOxfordCompanionToChessFirstEditionByDavidHooperKennethWhyld/page/n129/mode/1up

Saavedra Study

https://de.wikipedia.org/wiki/Saavedra-Studie

Offizielle Fischer Random Chess

https://www.frchess.com/